Die Tchoukball-Charta

Die Tchoukball-Charta ist ein Dokument, welches exakt aufführt in welcher Art und Weise Tchoukball gespielt wird. Der Erfinder der Sportart Tcoukball, Dr. Hermann Brandt, versuchte Tchoukball als ein Mittel zur Freundschaftsbildung zwischen Teams zu bilden. Dabei sollte gleichzeitig ein sehr freundschaftlicher, aber auch wettbewerbsfähiger Austausch stattfinden. Der wahre Gedanke hinter Tchoukball ist, dass es ein „Sport für alle“ sein soll, ein Gedanke der bei vielen Sportarten verloren gegangen ist.

Die Charta ist dabei kein Gesten-Dokument, sondern ein authentischer Rahmen für Sportlichkeit und Fair-Play in einem schnellen und aufregenden Sport. Die Regeln von Tchoukball fordern, dass jeder Spieler den anderen respektiert und dieser Vorstellung selbst nacheifert. Freude über den eigenen Erfolg wird auf dem Feld gefördert, jedoch nicht auf Kosten der Gegenspieler.

Tchoukball schließt jegliches Streben nach Ansehen aus, weder individuell oder als Team; vielmehr ist es ein Sport in welchem man persönliche Höchstleistung und Perfektion durch individuelles Training und gemeinsame Anstrengung erzielen soll.

Tchoukball ist offen für alle Spieler, egal wie erfahren und geübt sie sind. Unausweichlich trifft man somit auch auf Spieler mit unterschiedlichstem Können und Erfahrungen. Jeder Spieler nimmt somit seine eigene Spielweise und Spielverhalten an und passt diese an die jeweilige Spielmomenten in Abhängigkeit von Gegen- und Mitspieler an um diesen den nötigen Respekt gegenüber zu bringen.

Auf individueller Ebene: Das Verhalten eines Spieler ist von höchster Bedeutung und setzt Respekt für sich selbst, für andere Teammitglieder und für dessen Gegner unweigerlich voraus, egal ob diese stärkere oder schwächere Spieler als einer selbst sind.

Auf Team-Ebene: kein Ergebnis, egal wie es ist, sollte die Bedeutung, für einen selbst und für das Team, beeinflussen und es sollte nie zu Rivalitäten führen. Von einem Sieg können Zufriedenheit und sogar Freude entstehen, es sollte aber nie übertriebener Stolz entstehen. Die Freude des Gewinnens soll einen ermutigen. Arroganz beim Siegen birgt das Ringen nach Ansehen in sich, welches die Ursache für allgemeine Konflikte zwischen Mitmenschen ist und verurteilt damit den Sport Tchoukball.

Tchoukball erfordert völlige Hingabe: jeder muss ständig sowohl die Bewegung des Balles als auch der anderen Spieler beobachten – beides objektiv und aufmerksam. Sobald man individuell am Sport teilnimmt, gibt man sich selbst den Bedürfnissen der Gruppe hin. Das Resultat im Spiel ist, dass verschiedenste Personen zum spielen zusammen kommen und wie eine Person gemeinsam im Spiel reagieren und agieren.

Daraus folgt für Tchoukball:

  • Es gibt einen gemeinsamen Erfolg im Team. Dieser bindet alle Spieler, es lehrt Anerkennung und Achtung der Werte anderer und es erzeugt ein Gefühl der Gemeinsamkeit innerhalb einer kleinen Gruppe
  • Es gibt Anerkennung für die Fähigkeiten des gegnerischen Teams, mit welchem man sich in einem opportunistischem Spiel beschäftigen muss und gleichzeitig feindlichen Gedanken widerstehen muss
  • Das Hauptaugenmerk eines jeden Spielers ist das Streben nach einem schönen Spiel. Die universelle Erfahrung von Sport kann unter folgenden Ausdruck zusammengefasst werden: „elegantes Spiel erzeugt ein elegantes Spiel“

Diese Einstellung ist die Basis von sozialer Interaktion in Tchoukball: es fördert das Verlangen nach Perfektion während man gleichzeitig jeglichen negativen Gedanken für den gegenüber widerstrebt.

Dieses grundsätzliche Versprechen ist mehr als eine Regel des Sportes – es ist eine Regel fürs eigen Verhalten zu jeder Zeit, eine psychologischer Aspekt des Verhaltens, die Basis einer individuellen Personalität.

Das Ziel von Tchoukball ist daher die Vermeidung von Konflikten, mit einem Hauptziel im Gedanken: fair-play, welcher nicht das Spiel beeinflusst, sondern eher beide Teams in einer gemeinsamen Aktivität vereint. Die Schönheit des Spiels des einen Teams ermöglicht – und fördert – die Schönheit der Spielweise des anderen Teams.

Tchoukball bietet soziale Übungen durch physikalische Aktivitäten. Durch Bildung gemeinsamer Ressourcen, macht jeder mit, sodass erfahrenere Spieler Verantwortung annehmen und weniger erfahrene Spieler unterrichten. Deswegen gibt es keinen individuellen besten Spieler, sondern eine Gemeinschaft die nach Perfektion strebt. Wenn einer sagt, „lass den besten Spieler gewinnen“, sollte es bedeuten, dass jeder sein Optimum durch entsprechende Vorbereitung erzielt. Dementsprechend ist es angebracht, dass die Ergebnisse Lohn für die Anstrengungen der Spieler sind, individuell und als Team.

Innerhalb dieser Grenzen kann und sollte eine Sieg Befriedigung erzeugen und auf Gegenseitgen Respekt treffen. Sieg sollte auch den Gegner inspirieren ähnliches zu vollbringen, ohne ein Gefühl der Herabsetzung. Die Gewinner sollten kein Gefühlt der arroganten Dominanz vermitteln. Sie sollten eher eine Gefühl der gesunden Befriedigung auf Siegerseite vermitteln und gleichzeitig durch einen Handschlag den Gegner ermutigen weiter zu trainieren.

Aus diesen Gründen sollte die Bezeichnung „Sieger“ der simpleren Bezeichnung „Gewinner“ platz machen. Ein Spiel als Grund um seine eigenen Fähigkeiten zu perfektionieren sollte die Grundlage jeder Aktivität sein und überall enthalten sein und entwickelt werden. Dies ist das Ziel, welchem jedes Tchoukballteam entgegen strebt, egal ob es in einem kleinen freundschaftlichen Spiel ist oder das wichtigste Spiel am „Höhepunkt“ ist.

Bedenke: Kein Regelwerk kann den Respekt eines Spieler für einen anderen und den Geist des Spieles ersetzen.