Deutsche Meisterschaft im Tchoukball ist international wie nie

Bei der Europameisterschaft gewannen jüngst die Junioren aus allen Deutschen Vereinen gemeinsam die Silbermedaille. An diesem Wochenende spielen Sie mit ihren Klubteams um den Deutschen Meistertitel. (Foto: Susann Fromm)
Bei der Europameisterschaft gewannen jüngst die Junioren aus allen Deutschen Vereinen gemeinsam die Silbermedaille. Hier sichern im Halbfinale den nach einem österreichischen Wurf zurückprallenden Ball (von links): Moritz Fromm, Jan Einicke (beide SG Urbich), Tim Flores (TC Essen), Johann Günther (ASC Weimar), Lukas Bärwinkel (Urbich) und Jonas Labenz (Lenneper TG). An diesem Wochenende spielen Sie mit ihren Klubteams um den Deutschen Meistertitel. (Foto: Susann Fromm)

Premiere in Essen: Zum ersten Mal wird an diesem Wochenende die Deutsche Meisterschaft im Tchoukball in der Ruhr-Metropole ausgetragen. 20 Junioren- und Seniorenmannschaften spielen im Sportpark Am Hallo um die Titel. Die Gastgeber gehen mit zwei Teams ins Rennen.

Das Plakat zur Tchoukball-DM 2016 in Essen.

Der Deutsche Tchoukball-Verband (DTBV) freut sich über das abermals größere Teilnehmerfeld. „Dies ist ein Zeichen dafür, dass sich unsere Sportart in Deutschland stetig positiv entwickelt“, stellt DTBV-Präsident Thomas Langescheid fest. Die abermals gestiegene Teilnehmerzahl bedeutet für die Aktiven aber auch, dass sie schon früh in der Halle sein müssen. Denn Samstag wie auch Sonntag werden die ersten Spiele schon um 8.30 Uhr angepfiffen. Nur so konnte DTBV-Sportwart Dominik Schott (TSV Zorneding) möglichst viele Partien für alle Teams an zwei Turniertagen unterbringen. Entsprechend lange wird gespielt: Samstag ist erst 20.30 Uhr Schluss, am Sonntag um 16 Uhr.

Beobachter dürfen gespannt sein, ob es den Nationalspielern gelungen ist, den Schwung von der Europameisterschaft vor gut sechs Wochen bis zur Deutschen Meisterschaft zu konservieren. In Tschechien hatten die vier Auswahlteams des DTBV je zweimal Silber und Bronze gewonnen. An diesem Wochenende führen die Nationalspieler ihre Vereinsmannschaften aufs Feld.

Während es für die Top-Teams auch um möglichst gute Platzierungen geht, geht es für zwei Neulinge vor allem um das Dabeisein und die Möglichkeit, von erfahreneren Tchoukballern zu lernen. Mit der Gesamtschule Holsterhausen und dem Collegium Bernadinum in Attendorn ist es den Ausrichtern wieder gelungen, zwei Mannschaften zu gewinnen, die ihren ersten Wettkampf bestreiten. Das Unternehmen aus Attendorn ist schon vor dem ersten Anpfiff  eine Erfolgsgeschichte.

Die Mannschaft des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn.

Langer Weg zum Tchoukball

Aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, Guinea, Tadschikistan und Mali kamen im Oktober 2015 kamen 20 unbegleitete Flüchtlinge im Alter von 16 bis 18 Jahren im Collegium Bernadinum (Internat für Jungen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn) an. Diese besuchten bis zum Sommer das St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn, wo sie neben einem intensiven Deutschunterricht auch am Sportunterricht teilnahmen. Dabei führte sie Sportlehrer Thomas Schomaker, selbst beim TC Essen aktiv, an das Tchoukballspiel heran. Bald schon entstand die Idee mit einem interessierten Teil der Gruppe an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen.

In Essen gehören die Zuwanderer zu den insgesamt 184 Spielerinnen und Spielern. Nach einjähriger Pause möchte Seriengewinner TuS Oeckinghausen wieder den Titel der Senioren gewinnen. Amtierender Meister der Junioren ist im zweiten Jahr die Lenneper TG. Die Ergebnisse und Tabellen werden auf der Übersicht zur DM 2016 fortlaufend aktualisiert.

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