Foto: Benedikt Hild
Foto: Benedikt Hild

Die Offizielle Tchoukball Charta

Hinweis: Um dieses Dokument einfach zu halten, wurden alle Spieler, Offizielle, Schiedsrichter und andere Personen mit dem männlichen „er“ bezeichnet.

Die Tchoukball-Charta ist ein Dokument, welches exakt aufführt in welcher Art und Weise Tchoukball gespielt wird. Der Erfinder der Sportart Tchoukball, Dr. Hermann Brandt, versuchte Tchoukball als ein Mittel zur Freundschaftsbildung zwischen Teams zu benutzen, von dem einfachsten Freundschaftsspiel bis zum internationalen Wettbewerb. Der wahre Gedanke hinter Tchoukball ist, dass es ein „Sport für alle“ sein soll, ein Gedanke der leider heutzutage bei vielen Sportarten verloren gegangen ist.

Die Charta ist dabei kein Gesten-Dokument, sondern ein authentischer Rahmen für Sportlichkeit und Fair-Play in einem schnellen und aufregenden Sport. Die Regeln von Tchoukball fordern, ausdrücklich, dass die Spieler sich einander beim Spielen immer respektieren und dies immer umsetzen. Eine gesunde Freude über den eigenen Erfolg ist erwünscht, jedoch nicht auf Kosten der Gegenspieler.

Tchoukball schließt jegliches Streben nach Ansehen aus, weder individuell noch als Team; vielmehr ist es ein Sport, in welchem man persönliche Höchstleistung und Perfektion durch individuelles Training und gemeinsame Anstrengung erzielen soll.

Tchoukball ist offen für alle Spieler, egal wie erfahren und geübt sie sind. Unausweichlich trifft man somit auch auf Spieler mit unterschiedlichstem Können und Erfahrungen. Jeder Spieler nimmt somit seine eigene Spielweise und Spielverhalten (technisch oder taktisch) an und passt diese an die jeweilige Spielsituation, in Abhängigkeit von Gegen- und Mitspieler an, um diesen den nötigen Respekt entgegen zu bringen.

Auf individueller Ebene: Das Verhalten eines Spielers ist von höchster Bedeutung und setzt Respekt für sich selbst, für andere Teammitglieder und für dessen Gegner unweigerlich voraus, egal ob diese stärker oder schwächer als man selber sind.

Auf Team-Ebene: Kein Ergebnis, egal wie es ausfällt, sollte die Bedeutung, für einen selbst und für das Team, beeinflussen und es sollte nie zu Rivalitäten führen. Durch einen Sieg kann Zufriedenheit und sogar Freude entstehen, aber es sollte nie zu übertriebenem Stolz führen. Die Freude des Gewinnens sollte ermutigen. Arroganz beim Siegen bringt das Ringen nach Ansehen mit sich, welches die Ursache für allgemeine Konflikte zwischen Menschen ist und wird daher im Tchoukball-Sport verurteilt.

Tchoukball erfordert völlige Hingabe: jeder muss ständig sowohl die Bewegung des Balles als auch der anderen Spieler beobachten – beides objektiv und aufmerksam. Sobald man individuell am Sport teilnimmt, stellt man die Bedürfnisse des Teams in den Vordergrund. Das Resultat des Spiels ist, dass unterschiedlichste Persönlichkeiten zum Spielen zusammenkommen und kollektiv als Team reagieren.

Daraus ergibt sich folgendes für Tchoukball:

• Es gibt einen gemeinsamen Erfolg als Team. Dieser bindet alle Spieler und lehrt Anerkennung und Achtung der Werte anderer und erzeugt ein Gefühl der Gemeinsamkeit innerhalb einer kleinen Gruppe.

• Es gibt Anerkennung für die Fähigkeiten des gegnerischen Teams, mit welchem man sich in einem opportunistischen Spiel auseinander muss und gleichzeitig feindlichen Gedanken widersteht.

• Das Ziel eines jeden Spielers ist das Streben nach einem schönen Spiel. Die universelle Erfahrung von Sport kann unter folgenden Ausdruck zusammengefasst werden: „Ein elegantes Spiel erzeugt ein elegantes Spiel“.

Diese Einstellung ist die Basis von sozialer Interaktion im Tchoukball: es fördert das Verlangen nach Perfektion, während man gleichzeitig jeglichen negativen Gedanken gegenüber dem gegnerischen Team vermeidet.
Das Ziel von Tchoukball ist daher die Vermeidung von Konflikten, mit dem Hauptziel Fair-play. Die Fairness des einen Teams ermöglicht – und fördert – die Fairness des anderen Teams im Spiel.

Tchoukball bietet im Training viele soziale Übungen, sodass erfahrenere Spieler Verantwortung übernehmen und weniger erfahrenere Spieler unterstützen. Aus diesem Grund gibt es keinen individuellen besten Spieler, sondern eine Gemeinschaft die nach Perfektion strebt. Wenn einer sagt, „lass den besten Spieler gewinnen“, sollte es bedeuten, dass jeder seine beste Leistung durch entsprechendes Training erreicht.

Innerhalb dieser Grenzen, kann und sollte ein Sieg Zufriedenheit erzeugen und auf gegenseitigen Respekt treffen. Der Sieg sollte auch das Gegnerische Team inspirieren ähnliches zu vollbringen, ohne sich dabei schlecht zu fühlen. Die Gewinner sollten kein Gefühl der arroganten Dominanz vermitteln, sondern eher ein Gefühl der gesunden Zufriedenheit auf Siegerseite. Durch einen Handschlag nach dem Spiel ermutigt man den Gegner weiter zu trainieren.

Aus diesen Gründen, sollte die Bezeichnung „Sieger“ der simpleren Bezeichnung „Gewinner“ Platz machen.

Die Grundlage eines Spiels ist es, seine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und zu perfektionieren. Jedes Tchoukball-Team sollte auf dieses Ziel hinarbeiten, egal ob es kleinere Freundschaftsspiele oder große wichtige Spiele sind.

Bedenke: Kein Regelwerk, kann den gegenseitigen Respekt eines Spielers für einen anderen ersetzen und somit auch nie die Werte des Spiels!

Text: übersetzt aus der Original Tchoukball Charta